Elmar Schübl
Jean Gebser und die Frage der Astrologie.
Eine philosophisch-anthropologische Studie auf der Grundlage der astrologischen Auffassung von Thomas Ring
| Novalis Verlag, Schaffhausen, ISBN 3-907160-27-4, € 15,- 120 Seiten, 2 Fotos und 2 Zeichnungen |
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Bei dieser Publikation des Novalis-Verlages handelt es sich um den überarbeiteten philosophischen Teil der Dissertation von Elmar Schübl, die grundsätzlich so konzipiert wurde, dass sich der historisch-biographische Teil, der nun bei Chronos (Zürich) erschienen ist, und der philosophische Teil ergänzen. Beide Studien bilden somit in der akademischen Arbeit eine Ganzheit. Es ist sehr erfreulich, dass durch die im Sommer vorgesehene Veröffentlichung bei Novalis dann auch dieser Beitrag von Schübls umfassenden Gebser-Studien einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden kann.
Im einleitenden Kapitel zeigt der Autor, dass die astrologische Dimension im Leben und im Werk von Jean Gebser weit tiefer war, als es die wenigen Ausführungen in seinen Schriften vermuten lassen. Den Ausgangspunkt der philosophischen Ausführungen bildet dann die Auseinandersetzung mit Gebsers Konzeption der Bewusstseinsstrukturen, die «Ursprung und Gegenwart» zugrunde liegt. Die erste Frage, die Schübl stellt, lautet: Wo findet Astrologie in Gebsers Hauptwerk ihren Ort? Dem universellen Anspruch von Gebsers Konzeption der Bewusstseinsstrukturen entsprechend muss Astrologie in «Ursprung und Gegenwart» zwingend als Kulturerscheinung zu finden sein, wie zum Beispiel Mythos oder Philosophie, die dieser Konzeption gemäß als Manifestationen des Bewusstseins ganz klar bestimmten Strukturen zugeordnet werden können. Schübl weist am Beispiel der Entwicklung des kulturgeschichtlichen Phänomens «Astrologie» nach, dass Gebsers Konzeption eine Einsicht in die anthropologischen Grundbedingungen der Geistesgeschichte erlaubt. Die zweite Frage lautet: Warum kann die astrologisch-philosophische Auffassung, die Thomas Ring (1892-1983) Anfang der 1920er Jahre zu entwickeln begann, als ein Zeugnis der aperspektivisch/integralen Struktur verstanden werden? Diese Fragestellung führt direkt ins Zentrum der philosophischen Aussage Gebsers. Dem zentralen Moment in Gebsers Denken – «Zeit als Intensität» – spürt Schübl dabei nach und zeigt, dass «Zeit als Intensität» sich gerade aus dieser Fragestellung heraus erhellen lässt. Konkretisiert wird jene unräumliche qualitative Innerlichkeit, das Schöpferische, aus der heraus dem menschlichen Leben Gestalt gegeben wird. Diese qualitative Dimension von Zeit suchten Thomas Ring mit seinem «organisch-kosmologischen Denken» und Jean Gebser mit seinem «integralen Gewahren» zu verdeutlichen.